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SUP-Camper-Tour

SUP Camper Tour: Dresden, Spreewald, Leipzig und Nürnberg

„Schwanger in Corona-Zeiten mit dem SUP verreisen?“ Diese Frage stellte ich mir im Mai 2020 als noch nicht klar war wie und ob es Lockerungen der Kontaktbeschränkungen in Bayern in den Pfingstferien geben wird. Weder wollte ich meine Tochter gefährden, noch mich oder das Baby im Bauch. Die sicherste Möglichkeit war also: Mit dem Camper eine Tour planen! Autark sein, unabhängig von Hotels und öffentlichen Verkehrsmitteln und dabei trotzdem eine Menge sehen und erleben können.

 

*Dieser Reisebericht enthält unbezahlte Werbung und muss daher als solche gekennzeichnet werden.

Die Vorbereitungen

Nachdem nun also klar war wie verreist werden sollte, stellte sich die Frage nach dem wohin. Klar war, dass es Richtung Berlin gehen sollte, ja sogar musste. Ein Familienbesuch bei Omma und Oppa in oder bei Berlin musste zwingend noch mal her bevor ich nicht mehr reisen konnte. Man weiß ja nie wie sich eine Schwangerschaft so entwickelt… Lotta wünschte sich unbedingt eine SUP-Tour durch Leipzig und ich wollte gerne auch noch einmal den Spreewald mit dem SUP erkunden. Für unsere sechs Tage nahmen wir uns als Ziele den Spreewald, Leipzig, Potsdam und Berlin und einen der fränkischen Seen (Altmühlsee, Brombach- oder Rothsee) vor. Die park4night würde uns Wohnmobilstellplätze verraten und im Spreewald wollte ich bei meiner Grundschulfreundin mit dem Camper stehen. Somit standen all unsere Fixpunkte fest. Über Paul Camper, ein Vermittlungsportal für Camper, Wohnmobile und Wohnanhänger von Privatleuten buchte ich uns einen Clevervan 540: Groß genug für uns Beide und das Gepäck, Toilette an Bord fürs dringende Geschäft (die Campingplätze durften auf Grund von Corona die Sanitäranlagen noch nicht öffnen), klein und wendig genug zum Fahren in der Stadt. Die Aufregung stieg allmählich- wir zwei Mädels auf Campertour. Das hatten wir uns schon so lang erträumt! Und ich liebe es Reisen zu planen, alles mögliche zu durchdenken, Listen zu schreiben und dann alles zusammen zu sammeln oder zu shoppen was ich mir für die Reise so „einbilde“. Neben unserem SUP-Equipment landete so auch jede Menge leckeres Essen im Camper. Man mag es kaum glauben: Am Ende hatten wir sogar noch Platz für Essen und Klamotten.

Auf Instagram haben wir unsere Follower mit auf die Reise genommen und unser neues Equipment vorab gezeigt...
Auf Instagram haben wir unsere Follower mit auf die Reise genommen und unser neues Equipment vorab gezeigt...

Das SUP-Equipment

Mit auf Tour kamen mein Starboard Tikhine und Lottas Starboard Kids Board, dazu natürlich auch Paddel. Unsere Trockenanzüge und Neos packten wir sicherheitshalber ein. Es sollte sich aber herausstellen, dass wir bei schlechtem Wetter aber sowieso keine Lust auf SUP hatten. Das SUP-Equipment stockten wir noch durch zwei HF-Gurte auf, denn für die Havel in Potsdam und die Kanäle in Leipzig wollte ich endlich Hüftgurte haben, an denen wir die Leash und einen Restube befestigen können. Lotta bekam zudem noch eine neue Schwimmweste. Ich passte in meine noch rein, auch mit Bauch.

Der hf Buddy eignet sich im Gegensatz zum hf synergy auch für Kinder, da er auch für schmale Hüften passt.
Der hf Buddy eignet sich im Gegensatz zum hf synergy auch für Kinder, da er auch für schmale Hüften passt.

Die Stationen unserer SUP-Camper-Tour

1. Dresden

 

Den ersten Halt nach ca. 4 Stunden Fahrt machten wir in Dresden an der Moritzburg. Was für eine Aussicht! Am liebsten hätte ich die Burg mit dem SUP umrundet, aber mit Sicherheit wäre das nicht erlaubt gewesen. Außerdem begannen wir unseren Urlaub ganz gemütlich, genossen die Aussicht, unseren späteren Stellplatz am Wald (ganz legal) und ein leckeres erstes Abendessen überm Gaskocher. Wenn man das erste Mal mit einem noch unvertrauten Camper verreist, muss man sich doch irgendwie erstmal sortieren. Wo steht was? Wie funktioniert das mit dem Warmwasser? Wo stell ich was beim Kochen ab, um im Anschluss auch Platz zum Essen zu haben? Ist das Wasser aus dem Hahn trinkbar? Alles natürlich halb so wild und einfach super über Gas zu kochen! 

2. Spreewald

 

Am nächsten Tag waren wir schon gegen späten Vormittag mit unseren besten Freunden aus Berlin zum SUPen durch den Spreewald verabredet. Also Sachen gepackt und losgefahren, Zeit für eine kurze SUP-Tour blieb uns nicht mehr. Dabei war der See vor unserer Nase doch so idyllisch.

Wir verabredeten bei Martin Fix von SUP Spreewald zu starten. Ihn hatten wir letztes Jahr beim Spreewaldmarathon kennengelernt und waren absolut überzeugt von seiner Einstellung zum SUP-Sport, seinem Equipment und der fachmännischen Beratung. Unsere Freunde liehen ihre SUPs und wir pumpten bzw. ließen vom Kompressor von Martin pumpen. Nach einer fachmännischen Einweisung für unsere Freunde und Routenempfehlung von Martin ging es ab aufs Wasser. Martin gab uns eine wasserfeste Karte mit und so ging es durch die zahlreichen Kanäle los zu einer ca. 10km SUP-Tour. Gut, dass man mir erst mitten auf der Tour gesagt hatte, dass es so lang werden würde. Die 10km vom letzten Jahr beim Spreewaldmarathon kamen mir ziemlich lang vor und traute ich mir schwanger irgendwie nicht zu. Weit gefehlt! Alles kein Problem und super auch schwanger machbar. Waren aber sicher auch nicht ganz 10km. Eine gewisse Grundfitness bezüglich SUP ist bei mir ja vorhanden und die ersten drei Monate mit Übelkeit auch überstanden. Trotzdem war ich am Abend ziemlich platt. Lotta meisterte die Tour auch bravourös, aber sie hatte ja auch schon 21km auf der Amper im letzten Herbst geschafft…

 

Wenn Ihr weitere SUP-Touren durch den Spreewald sucht, kann ich Euch wie immer die Touren auf SUPscout empfehlen. Jutta und Andreas, die zwei Köpfe hinter SUPscout, sind zum Beispiel diese Tour selbst gefahren- expertengeprüft also.

 

Am Abend ging es für uns zu meiner lieben Freundin aus der Grundschulzeit, die ganz idyllisch mit ihrer Familie im Spreewald lebt. Wir bezogen unser Quartier vor ihrem Haus mit Aussicht auf Wiese, Gemüsegarten und Spielplatz und fühlten uns sofort herzlichst willkommen. Noch ahnten wir nicht, dass wir statt einer, drei Nächte hier bleiben würden.

3. Leipzig

 

Unsere großen Mädels verstanden sich so gut, dass wir beschlossen länger als geplant im Spreewald zu bleiben. Außerdem war die liebevolle Gastfreundschaft, die Kochkünste meiner Freundin und die Bauernhofidylle so fantastisch, dass es uns dort einfach fesselte und wir bleiben mussten. Ich hätte auch die ganze Woche dort verbringen können! Nach drei Nächten fuhren wir mit Zwischenstopp und gemeinsamen Mittagesssen mit den Groß- bzw- Urgroßeltern in Lübben weiter nach Leipzig. Lübben wäre aber auch eine SUP-Tour wert gewesen! Na es braucht ja auch noch ein paar SUP-Ziele im Leben. Moment mal! Was ist denn aus Berlin geworden? Die Campingplätze in Berlin waren alle ausgebucht und meine Lust auf gut Glück mitten in der Stadt einen geeigneten Stellplatz zu suchen, hielt sich doch sehr in Grenzen. Außerdem sagte man schlechter werdendes Wetter voraus und Leipzig war ja ein festes Muss unserer Tour! Am kommenden Tag sollte es nachmittags in Leipzig gewittern und eine mehrere Tage anhaltende Schlechtwetterfront sollte durch Deutschland rollen.

 

Am Abend erreichten wir den Cospudener See bei Leipzig und wir wollten schon zu einem SUP-Sundowner aufbrechen. Naja, der Wind machte uns einen Strich durch die Rechnung. Oder war es der innere Schweinehund, der uns davon abhielt gegen Wind anzupaddeln? So genossen wir stattdessen den wunderschönen Sonnenuntergang am Strand. Und natürlich ein leckeres Abendessen- Pasta mit Parmesan, Olivenöl und gegrillten Pimientos de Padron. Am Cospudener See kann man übrigens hervorragend mit dem Wohnmobil auf einem der großen Parkplätze (nicht direkt am See, aber trotzdem gut) stehen. Nur sollte man gleich Bargeld parat haben und nicht erst am See welches abheben, um dann das Parkticket zu lösen… Denn da war es: Mein erstes Knöllchen mit Camper! 24 Stunden mit dem Wohnmobil kosteten uns übrigens 10€ am Parkplatz Pier 1. Naja, und nochmal den 10er fürs Knöllchen... 

Am nächsten Morgen ging es zum Stadthafen in Leipzigs City. Von dort aus wollte ich unsere Tour starten und in diesem Jahr mit Lotta bis in den Karl-Heine-Kanal fahren. Am Stadthafen gibt es mehrere Stellplätze für Wohnmobile (ohne Ver- und Entsorgung, 15€ pro Tag) und die Innenstadt ist von dort aus fußläufig in 10 Minuten zu erreichen. Am Stadthafen selbst gibt es auch einen SUP-Verleih und der Zugang zum Wasser ist für jedermann kostenlos und dank neuer und moderner Steganlagen denkbar einfach.

 

Also aufgerafft, Board aufgepumpt und losgefahren!

 

Die Tour beginnt schon durch den Elstermühlgraben sehr grün und mit etwas Schiffsverkehr durch die Rundfahrten, die am Stadthafen starten. Vorbei an schicken Villen und durch einige tiefe Brücken hindurch passieren wir dann mit Abstand das Palmenwehr (ungefährlich, wenn genügend Abstand gehalten wird), lassen das Elsterflutbett links liegen und fahren geradewegs in die Weiße Elster. Hier halten wir uns links, die kleine Luppe zur rechten Seite lassen wir außer Acht, und fahren weiter Richtung Könneritzbrücke. Dieser Streckenabschnitt ist ähnlich grün wie der bisherige Streckenabschnitt und durch den Bootsverleih Klingerweg nimmt auch der Verkehr an Paddlern und Ruderern zu. Sehr angenehm haben wir sowohl in diesem als auch in letztem Jahr empfunden, dass die Wassersportler und Bootsfahrer hier in Leipzig alle sehr entspannt sind. Auf mich hat es den Eindruck, dass wirklich alle, auch die kommerziellen Verleiher, sich das Wasser teilen. Kompliment an Leipzig! Nach der Könneritzbrücke beginnen die alten, nun schön restaurierten Fabrikgebäude. Hinter den Fassaden befinden sich Büros und Lofts, das ein oder andere SUP liegt fahrbereit auf dem Balkon und lässt mich wieder vom Leben am Wasser träumen. Übrigens finden sich hier auch ein paar Restaurants und Cafés, die dazu einladen Rast zu machen und vom Wasser aus erreicht werden können (bspw. Ristorante da Vito, Heimathäfen Kö). Nach den riesigen Industriebauten geht es rechts in den Karl-Heine-Kanal, den wir bis zum Stelzenhaus fahren. Weiter zieht es uns nicht, denn es ist heiß und drückend. Das Gewitter naht, die Wolken am Himmel kündigen es an. Nach ca. 3km und einer Rast an der Bootsanlegestelle neben der MS Weltfrieden, geht’s dieselbe Strecke wieder zurück. Am Ende des Tages und wir können auf 6km urbane SUP-Tour in Leipzig zurückblicken!

4. Nürnberg

 

Unsere letzte Station schlagen wir in Nürnberg auf. Direkt am Silbersee finden wir einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz, den wir für unsere letzte Nacht beziehen. Das schlechte Wetter hat uns erreicht und so verbringen wir den Abend bei original Nürnberger Schäufele in der Schäufelewärtschaft! Was Schäufele sind? Ein typisch-fränkisches Gericht: Ein Stück Schweineschulter auf dem Knochen (daher auch der Name, da der Schulterknochen wie eine Schaufel, eben ein Schäufelchen oder Schäufele, aussieht) mit krosser Kruste, Kartoffelkloß und Soße. Wer bayerischen Schweinsbraten oder Schweinshaxe liebt, muss Schäufele probieren! Und als gebürtige Preußin liegen mir Kartoffelklöße (Es ist ein Kloß und kein Knödel! ;) ) eh mehr und ich fühle mich den Franken sehr verbunden. Schäufele sind quasi Schweinshaxe mit Sternchen. Und in der Schäufelewärtschaft stimmt alles: Fleisch (zart, lecker und von guter Qualität), Kloß (frisch, weich und aus Kartoffeln) und gute, selbstgemachte Soße. So genug der Schwärmerei vom guten Essen! Auf Grund des Wetters haben wir die fränkischen Seen ausgelassen und sind nach einem Spaziergang am nächsten Tag mit unserem Camper Richtung Heimat gefahren. Jetzt stand nur noch die große Putzerei an!

Nicht nur, dass man hier nicht SUPen darf. Das Wetter läd auch nicht dazu ein. Dafür tauchen wir ein bisschen in deutsche Geschichte ein, denn das Reichsparteitagsgelände liegt vor uns und der Silbersee mit Badevorbot ist ein Überbleibsel dieser Zeit.
Nicht nur, dass man hier nicht SUPen darf. Das Wetter läd auch nicht dazu ein. Dafür tauchen wir ein bisschen in deutsche Geschichte ein, denn das Reichsparteitagsgelände liegt vor uns und der Silbersee mit Badevorbot ist ein Überbleibsel dieser Zeit.

 

Fazit unserer Camper Tour mit dem SUP

 

SUP und Campen passt hervorragend zusammen!!! Man kann dem guten Wetter hinterher oder voraus fahren und die besten Reviere zum SUPen anfahren. Außerdem passt das sich treiben lassen, spontan entscheiden können doch wie die Faust aufs Auge zum sich treiben lassen auf dem Wasser. Flexibel reisen und dabei nicht einmal Komfort einbüßen müssen dank eines geräumigen, aber gut auch in der Stadt zu fahrenden Clever-Van. Von der Idee mit einem VW Bulli verreisen zu wollen, bin ich übrigens weg: Zu wenig Platz, zu wenig Frisch- und Grauwasser, zu viel Umbauerei, wenn es ans Schlafen geht, keine feste, nicht einsehbare Toilette. 

 

Unsere Stellplätze suchten wir uns über die park4night App und standen so nur auf ausgewiesenen Stellplätzen für Wohnmobile oder wie in Dresden auf einem Parkplatz gegenüber des Sees. In diesem Fall blieb natürlich das Campingequipment im Camper! 

Da wir sehr sparsam mit Wasser und Strom waren, reichte das Auffüllen und Laden im Spreewald für die restlichen Tage locker aus. Und wir haben weder frieren, noch hungern müssen und haben immer frisch gerochen. 😉 Müll fiel nicht viel an, entsorgten wir an den Stellplätzen vorschriftsmäßig. Unseren Toiletteninhalt entsorgten wir einmal im Spreewald und einmal daheim, reichte also auch locker für uns aus. Die Länge unseres Campers von 5,40m reichte uns locker aus, allerdings finden wir die 6m von Freunden doch komfortabler. Mit 5,40m Länge fährt es sich aber in der Stadt auch deutlich angenehmer. Ist aber wahrscheinlich auch nur eine Frage der Gewöhnung. 

 

Ihr seht: Es war ein traumhafter Mädels-SUP-Camper-Urlaub! 

 

Habt Ihr Fragen zur Planung oder Umsetzung einer solchen Tour? Dann schreibt es gerne in die Kommentare hier unten!

 

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